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Anwendersoftware: Forschung

Projekt RADES

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RADES - Reference Architecture for the Development and Support of EAI-Solutions
Projekttyp Industrieprojekt
Gefördert durch Daimler AG
Beginn 01.04.2002
Ende offen
Leiter Prof. Dr.-Ing. habil. Bernhard Mitschang
Mitarbeiter Dipl.-Inf. N.N. N.N.
Ansprechpartner Dipl.-Inf. N.N. N.N.
Kurzbeschreibung

Ein bis heute weit verbreitetes Szenario von IT-Lösungen in Unternehmen sieht meistens so aus, dass die einzelnen Abteilungen und Divisionen unabhängig voneinander Anwendungen und Systeme nutzen, welche oftmals als maßgeschneiderte Lösungen für die jeweiligen Problemstellungen eingeführt wurden und über die Jahre hinweg mit dem technischen Fortschritt und den gestiegenen Anforderungen gewachsen sind. Sie erfüllen deswegen in der Regel für das ihnen ursprünglich zugewiesene Aufgabengebiet genau diejenigen Anforderungen, die bei der Konzeption dieser Systeme an sie gestellt wurden.
Mittlerweile haben viele Unternehmen allerdings erkannt, dass der fortschreitende Einzug von IT-Lösungen in die Prozesskette effektiver genutzt werden kann, wenn den einzelnen Systemen die Möglichkeit gegeben wird, auch untereinander Daten auszutauschen und Funktionen anderer Anwendungen zu nutzen. Aufgrund der bereits genannten historischen Begebenheiten ist allerdings in den meisten Fällen leider keine einheitliche Systemlandschaft vorhanden, oft sind die eingesetzten IT-Lösungen aufgrund ihres hohen Spezialisierungsgrades heterogen, weswegen die Kopplung der Systeme miteinander äußerst zeitaufwendig und schwierig ist.
Bisher fehlte entsprechende Standardsoftware, welche diesen Prozess hätte beschleunigen können, seit ca. drei Jahren haben aber einige namhafte Hersteller angefangen, unter dem Schlagwort "EAI" (Enterprise Application Integration) Lösungen zu entwickeln, welche weitreichende Unterstützung zur Integration anbieten. Den Kern des von diesen Lösungen implementierten Integrationsframeworks stellt die Kommunikationsinfrastruktur dar, mit deren Hilfe die jeweils integrierten Anwendungen und Systeme über Adapter gegenseitig Daten austauschen und Funktionalitäten nutzen können.
Mit Hilfe dieser EAI-Werkzeuge können nun viele Integrationsszenarien mit deutlich weniger Aufwand in die Praxis umgesetzt werden. Allerdings hat sich in der Praxis gezeigt, dass sich speziell in großen Unternehmen "Integrationsinseln" bilden: mehrere voneinander unabhängige EAI-Lösungen integrieren eine gewisse Anzahl an Systemen, sind aber nicht untereinander gekoppelt. Sobald nun Funktionalitäten von mehreren verschiedenen EAI-Inseln genutzt werden sollen, muss ein weiterer Integrationsschritt erfolgen, der wiederum mit einem gewissen Aufwand verbunden ist. Ähnlich verhält es sich bei der Migration von Systemen oder der Substitution bestehender Systeme durch neue Systeme.
Ein weiteres Anwendungsfeld, das eine möglichst effiziente Umsetzung von Integrationsszenarien erfordert, ist die Anbindung externer Systeme von Fremdfirmen, beispielsweise von Zulieferern. Hier ist in der Regel schon alleine aufgrund der Wahrung von Betriebsgeheimnissen keine echte, tiefgreifende Integration möglich, dennoch über eine für die Kooperation beschränkte notwendige Menge an Daten und Funktionen wünschenswert. Auch hier wäre es von Vorteil, anhand von standardisierten Richtlinien und Regeln eine quasi virtuelle Integration zu erreichen, die mehr oder weniger automatisiert implementiert werden kann.

Um die oben genannte Ziele erreichen zu können, soll deswegen im RADES-Projekt (Reference Architecture for the Developement and Support of EAI-Solutions) eine Architektur konzipiert werden, mit deren Hilfe man aus den Metadaten über die im Unternehmen verfügbaren Systeme EAI-Lösungen möglichst automatisiert erzeugen, dokumentieren und warten kann. Des weiteren soll die Referenzarchitektur Werkzeuge bieten, um beispielsweise Standards für verschiedene Integrationsaspekte und -szenarien festlegen zu können. Um auch den technologischen Wandel zu berücksichtigen, sollte die Referenzarchitektur möglichst unabhängig von existierenden EAI-Produkten und -Technologien sein.

Zu Beginn der Forschungsarbeiten an RADES wurde eine Übersicht über Technologien und Produkte im Bereich Integrationsarchitekturen erarbeitet und ein möglicher Ansatz zur Realisierung einer Referenzarchitektur entwickelt. Derzeitiger Forschungsschwerpunkt ist die Definition der Modellierungstiefe auf den verschiedenen Ebenen, sowie die prototypische Umsetzung von Modelltransformationen an deren Übergängen.

RADES-Entwicklungsphasen
RADES-Entwicklungsphasen